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Viel Spaß beim Stöbern.... 

Mein Mörserkasten 

Wie schon gelernt benötigt man 26 Helfernachweise, "Die Scheine", um am Lehrgang teilnehmen zu können.

Deshalb steht hier auf dem Abbrenner mein Mörserkasten.

Für jeden erarbeiteten Schein kommt ein Mörser dazu.

 

Nun ist es geschafft. Die Vorraussetzungen zum Besuchen des Lehrgangs und zur  Prüfung zum staatl. geprüften Pyrotechniker sind geschafft.   

Mein großer Dank gilt an alle meine Ausbilder! Vielen, vielen Dank für die tollen Stunden während der praktischen Ausbildung. 

 

Ich freue mich auf eine weitere Zusammenarbeit mit euch! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ausbildung zum Pyrotechniker (Großfeuerwerker) 

Kommen wir nun zu einem der wichtigsten Teile meiner Website. Die Ausbildung.

Grob aufgezählt sieht es folgendermaßen aus:

 

  • Erlangen von 26 Helferscheinen ( Der Nachweis an 26 Großfeuerwerken teilgenommen zu haben).
  • Absolvieren eines 1 wöchigen Lehrganges an einer staatlich zugelassen Lehranstalt.
  • Ablegen einer Abschlussprüfung im Rahmen des Lehrganges.
  • Beantragen des Erlaubnisscheines nach §7, §27 oder §20 SprengG (Auf die einzelnen Bedeutungen gehe ich hier jetzt nicht näher drauf ein). 

 

Meiner Meinung nach fängt ein Großteil des Lernprozesses erst ab dem Zeitpunkt an, wenn man seinen Erlaubnisschein in den Händen hält. Dieses habt ihr ja sicherlich schon unter "Feuerwerk" gelesen.

 

Der Lernprozess ist ein wichtiger Teil um überhaupt ein prachtvolles und abgestimmtes Feuerwerk schießen zu können.

 

Leider gibt es in der Ausbildung keinen einheitlichen Rahmenlehrplan wie man es noch von seiner Ausbildung in einem annerkannten Lehrberuf kennt. Hier merkt man doch wieder das man in der Pyrotechnik zu den "exoten" gehört.

 

Deshalb werde ich auch eine Art "Berichtsheft" führen in denen ich meine jeweiligen Tätigkeiten dokumentieren werde. Ein Berichtsheft ist ein wichtiges Nachschlagewerk für die Zukunft um Dinge noch einmal nachschlagen zu können und gelernte Inhalte vertiefen zu können. Jeder hat bestimmt schon mal gestöhnt "blödes Berichtsheft so viel Arbeit" aber die Arbeit lohnt sich. Falls Ihr gerade in einer Ausbildung seid, schätzt es!!! 

Ich hüte meine Berichtshefte aus meiner Ausbildung immernoch und konnte sie schon desöfteren einsetzen.

Weshalb ich auch für die Ausbildung zum Pyrotechniker eines anlegen werde und auch sehr sinnvoll und wichtig finde.

Alle die mich persöhnlich kennen wissen wie penibel ich bin ;-)   

 

ADR: (Auch das gehört zur Ausbildung) 

Für das transportieren von PTG über der Freimenge hinaus ist ein sogenannter ADR Schein (Gefahrgutschein) erforderlich. Dieser berechtigt einen PTG über der Freimenge hinaus zu befördern. Hier sind besondere Anforderungen an das Fahrzeug gestellt. Egal ob Hänger oder Transporter. Sie müssen als Gefahrguttransport gekennzeichnet sein.

Genaueres ist dem ADR zu entnehmen. 

Nötig ist der Grundkurs + Klasse 1 für explosive Stoffe.   

 

 

Der Pyrotechniker 

Wer schleicht durch Nacht und Wind? Es ist der Pyrotechniker mit seinem Anzündlicht!

Nicht schön aber spontan  ;)

 

Der Begriff Pyrotechniker teilt sich noch einmal auf in folgende Bereiche: Der Bühnenpyrotechniker im Theater und der Pyrotechniker im Bereich SFX, diese machen zb. die Effekte wie bei den Autobahnpolizisten.

 

Ich befasse mich aber mit der Großfeuerwerkerei also dem Pyrotechniker im Bereich Großfeuerwerke.

 

Um es vorab zu sagen, Großfeuerwerk ist keine einfache Sache, nicht nur allein die Verantwortung in der Umsetzung und in der Sicherheit. Sondern auch beim Aufbau selbst. Egal ob in praller Sonne, tiefem Schnee, prasselndenden Regen, wir bauen auf! Nur zu starker Wind kann uns in die Quere kommen.

Pyrotechnik ist ein Knochenjob, schwere Mörserkästen schleppen, aufbauen, verladen, verleiten und und und. Dann kommt noch die Planung eines Feuerwerkes dazu, auch dieser Punkt ist nicht zu verachten. Alle Arbeiten sind mit großer Sorgfalt auszuführen. Denn wir arbeiten immerhin mit Explosivstoffen und haben dabei eine große Verantwortung. 

Das was Ihr am Nachthimmel seht hängt mit vielen Arbeitsschritten zusammen und hat viele Arbeitsstunden in Anspruch genommen.

Dabei zählt auch viel Fingerspitzengefühl und handwerkliches Geschick.

Auch nach der Ausbildung zum Pyrotechniker (26 Helferscheine + Lehrgang) ist man nicht gleich ein guter Pyrotechniker. Nach der "Ausbildung" fängt der richtige Lernprozes eigentlich erst an. Denn hier wird sich wirklich rausstellen ob man das Zeug dazu hat ordentliche und gescheite Pyroshows zu entwerfen und umzusetzen. Hier zählt die Erfahrung die man als Verantwortlicher Pyrotechniker sammelt und letzendlich seinen Zuschauern darbietet.  

 

Ich persönlich verbinde auch Musik regelmäßig mit Feuerwerken. Wenn ich ein Musikstück höre was ich sehr gut finde, läuft parallel in meinem Kopf zu diesem eine Pyroshow ab. Hierbei gilt es das der Pyrotechniker eine gute Effektkenntnis hat. Die Effekte sind die Vokabeln eines Pyrotechnikers. Denn mit Ihnen entwirtft man letzendlich seine Show. Man muss wissen wie, wo und wann man sie einsetzt. Somit zählt auch eine gute Auffassungsgabe und Kreativität zum Repertoire eines Pyrotechnikers.  

Feuerwerk ist nicht umsonst eine Kunst... halt eine vergägliche Kunst. Die Augenblicke verzaubern kann. 

 

Und letzendlich, viel sehen tuhen wir von "unserem" Werk auch nicht, da auch während des schießens viele Punke zu beachten und abzuarbeiten sind.

 

All das und vieles mehr gehört dazu. Aber man macht es aus Leidenschaft weil Feuerwerk wirklich! die schönste Nebensache der Welt ist...  

 

Ihr könntet die Seite jetzt noch 1m runterscrollen.... Denn dazu kann man noch viel viel mehr sagen.  

Abschließend kann man nur sagen, man muss die Pyrotechnik einfach "leben" all diese Dinge fließen in die Handlung und Verantwortung des Pyrotechnikers ein. Man muss es einfach mit Leib und Seele wollen. Und der Weg, bis dahin ist ein steiniger und schwerer. Wenn man Ihn geschafft hat und seinen Befähigungsschein in den Händen hält kann man stolz darauf sein. Aber selbst dann ist das längst noch nicht alles...

Der Großteil liegt noch vor einem....    

 

 

Das wichtigste - Das Feuerwerk 

Jahrhunderte beschäftigt sich die Menschheit schon mit der Pyrotechnik. Mit der Erfindung des Schwazpulvers nahm die Geschichte Ihren lauf. Heute wie Damals zieht ein farbenfrohes Feuerwerk den Betrachter in seinen Bann.

 

Auch die Technik hat einen großen Sprung gemacht. Früher war es die Handzündung, heute werden komplexe Zündcomputer mit sekundengenauer Zündung eingesetzt. Aber auch das "Nagelbrett" wird noch eingesetzt. All diese Techniken macht allein den "technischen" Reiz eines Feuerwerkes aus.

 

Grundsätzlich können wir Feuerwerke in 4 Klassen einteilen. Von F1 bis F4.  

 

Klasse F1 bis F2 kennt jeder. Es ist das Ganzjahresfeuerwerk und Sylesterfeuerwerk.

Die Klasse F3 bis F4 ist ausgebildeten Pyrotechnikern vorbehalten. Das wo wir auch hin wollen ;)

 

Wer sich für die Klassen und was dahinter steckt interessiert, dem empfehle ich das Feuerwerk Wiki in dem alle wichtigen Infos stehen:

 

http://www.feuerwerk.net/wiki/Hauptseite

 

Feuerwerk und Musik: 

Das Zusammenspiel von Feuerwerk und Musik ist die hohe Kunst der professionellen Feuerwerkerei. Sekundengenaue und stimme Abschüsse zur Musik. Ein stimmiges Spiel der Reize für Augen und Ohren.  

Es gibt einfach Musikstücke wenn man sie hört, bei denen schon eine Show in Gedanken vor den Augen abläuft.  Hier werden viele Stunden in die Planung einer Choreographie in einem Musikfeuerwerk verbracht. Jede Bombe und jeder One Shot muss stimmen und zum Stück passen. Nur so wird ein unvergessliches Erlebnis geschaffen.  

 

Daher gilt auch ein Großteil meines Interesses in der Feuerwerkerei an das Musiksynchrone Feuerwerk. Musik und Feuerwerk gehen eine perfekte Symbiose ein. Dies zaubert eine emotionale Atmosphäre und birngt jeden noch ein bisschen mehr zum staunen ;)

In der Wettbewerksfeuerwerkerei ist Musik nicht mehr wegzudenken.

Auch der technische Reiz der Umsetzung eines Musiksynchronen Feuerwerkes lässt keinen Pyrotechniker kalt ;) 

 

 

Sicherheitstipps für Silvester 

Oberstes Gebot: kauft nur PTG die eine BAM Zulassung haben! Also nur PTG aus Deutschen Geschäften.

Alles andere ist viel zu gefährlich und unsicher! Fingerweg von Polenböller und Co. !!!!!! 

 

Hier nun ein paar Sicherheitsregeln:

 

  1. Niemals in Rucksäcken etc. PTG mitführen. Im Schadensfall können hier gefährliche Kettenreaktionen ausgelöst werden. Die PTG auch nicht unbeaufsichtigt liegen lassen.
  2. Raketen am besten aus einer Flasche die in einer Getränkekiste steht abschießen.
  3. DIe Getränkekiste sollte keine Bierkiste sein, auf jedenfall keine die Ihr "geleert" habt. Immer bei klarem Verstand PTG abbrennen. Das heißt nüchtern!
  4. Bei Batteriefeuerwerk immer darauf achten das es einen festen Stand hat und das die Standfüße ausgeklappt sind. DIe Füllung muss ungehindert nach oben ausgeworfen werden können.
  5. Achtet auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu Publikum und Gebäuden. Am besten ca. 20 m.
  6. Immer einen Eimer Wasser oder besser noch 1 oder 2 Feuerlöscher für den Fall der Fälle parat halten. (Wir Profis haben immer min. 2 Feuerlöscher auf dem Abbrenner)
  7. Feuerfeste Kleidung tragen. Am besten Jeans oder ähnliches. "Plastik" Jacken können durch Funkenflug entzündet werden.
  8. Beim Zünden der Feuerwerkskörper eine Schutzbrille tragen. Eure Augen danken es euch wenn Funken beim Zünden in eure Richtung kommen!!!! Selbst schon erlebt und dankbar das es eine Schutzbrille gibt ;)
  9. Niemals über eine Feuerwerksbatterie o.ä. beugen. Immer mit ausgestrecktem Arm zünden.
  10. Versager (Blindgänger) nicht erneut zünden, auch nicht an der Ersatzzündschnur. Mindestens 30 Minuten warten bevor der Versager angefasst wird. Er wird dann über Nacht in einen Wassereimer gelegt.

Bitte beachtet diese Tipps bei eurem nächsten Silvesterfeuerwerk. Denn ihr wollt ja sicherlich auch noch weiter Feuerwerke schießen ?! Es ist zu eurer Sichrheit!